Beispiel Coaching

Eine junge Frau hat von ihrem Vorgesetzten das Angebot erhalten ein Projekt zu leiten. Es ist ihr erstes Projekt. Sie ist sich nicht sicher, ob sie das Angebot annehmen will. 

 

Im Coaching stellt sie sich dieser Frage. Sie will sich ihre Entscheidungsgrundlage erarbeiten. 

Schnell stellt sich heraus, dass die Beziehung zu einer ihrer Arbeitskolleginnen ein wichtiger Entscheidungsfaktor ist. 

Ich frage sie, wie diese Beziehung zu ihrer Kollegin sein müsse, damit sie gut als neue Projektleiterin arbeiten könne? Dazu findet sie keine Antwort.

Um in dieser Frage weiterzukommen, lade ich sie ein eine Arbeit zu machen. 

Dazu stellt sie zwei Stühle auf. Ein Stuhl ist für sie aufgestellt und der andere Stuhl steht für ihre Kollegin.

Sie setzt sich auf ihren Stuhl und sagt ihrer Kollegin: „Liebe F. Ich habe das Angebot von unserem Chef X. erhalten, das neue Projekt zu leiten. Ich freue mich zwar darüber und habe gleichzeitig ein schlechtes Gewissen dir gegenüber. Denn ich denke, eigentlich solltest du diese Anfrage von unserem Chef erhalten und nicht ich. Und jetzt muss ich von dir wissen, was du darüber denkst? 

Sie setzt sich nun auf den gegenüberliegenden Stuhl, der für ihre Kollegin aufgestellt ist, und gibt ihre Reaktion zu dem, was eben gesagt worden war. 

In der Rolle der Kollegin gibt sie die Antwort: „Ja, das stimmt. Ich sollte diese Projektleitung erhalten. 

Was ich dir dazu gleich sagen kann, wenn du diese Aufgabe annimmst, komm nicht zu mir und frag mich, wenn du im Projekt Probleme hast. Ansonsten, nimm das Angebot an. Ich würde es tun an deiner Stelle.

Das geht noch zwei, drei Mal so hin und her. Wir beenden den Dialog und meine Klientin sagt: „Wenn ich ehrlich bin, dann schaff ich die Projektleitung ohne meine Kollegin nicht. Alles was ich in der Vergangenheit geleistet hatte, war in Rücksprache mit ihr. Wenn ich das nun nicht mehr zur Verfügung habe, dann weiss ich nicht, wie gut ich wirklich bin?“

„Wie gut bin ich wirklich?“ Dieser Frage will meine Klientin in der nächsten Sitzung nachgehen.

 

In der Zwischenzeit bittet sie ihren Vorgesetzten um ein paar Tage mehr Bedenkzeit.

Anmerkung
Eigene Entscheidungen zu fällen, setzt die Schaffung eigener, solider Entscheidungsgrundlagen voraus.

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