Beispiel Beratungsgespräch

Eine Frau ist seit einigen Monaten während der Arbeit sehr traurig. Aus ihrer Sicht bestehe kein Grund zur Traurigkeit, teilt sie mit. 

Nach ein paar Einstiegsfragen und administrativen Informationen über die anstehende Gesprächssitzung frage ich sie, was nach dieser Sitzung anders sein soll? Sie will während der Arbeit wieder Freude spüren. 

 

Wie ist es, wenn sie bei der Arbeit Freude spüre, frage ich weiter? Sie erzählt mir einige Beispiele aus der Vergangenheit. Ich höre ihr dabei aktiv und aufmerksam zu. Ich achte auf ihren Ausdruck körperlich und verbal. Auch achte ich auf ihre Atembewegungen.

Bei einer Aussage von ihr fällt mir auf, dass sie ins Stocken kommt.

Sie hält dabei ihre Atemluft zurück.

 

Ich mache sie darauf aufmerksam und frage sie, ob ihr auffalle, dass sie jetzt gerade den Atem anhalte?

Sie achtet darauf und es wird ihr bewusst. Gleich danach lässt sie die Atemluft ausströmen, so wie die Luft aus einem Luftballon. Ihr Körper erschlafft dabei.

 

Dann sagt sie: „Ich habe zu Hause eine Katze. Die ist jung. Ich hatte sie kurz vor der Corona-Krise zu mir geholt. Ich habe total Freude an ihr. Doch mit diesen langen Arbeitszeiten die ich seit längerer Zeit habe, ist die junge Katze fast immer alleine in der Wohnung.

Ich habe keine Zeit, um mit ihr zu spielen und mit ihr zu schmusen. Wenn ich von der Arbeit völlig müde nach Hause komme, dann muss ich mich hinlegen und schlafe ein."

"Ich kann meiner Katze nicht gerecht werden“ gesteht sie ein.

"Das macht mich sehr traurig."

 

Anmerkung
Manchmal kommt am Arbeitsplatz etwas zum Ausdruck, was im Grunde mit der Arbeit nichts oder nicht unmittelbar etwas zu tun hat.